18.01.2024

GFFA-Fachpodium des Grain Clubs zur EU-Entwaldungsverordnung

"Auf die Plätze, fertig, los: EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) gemeinsam erfolgreich umsetzen!"

Video-Rückblick (26 Min)

Der Grain Club hat das Fachpodium zum Thema "Auf die Plätze, fertig, los: EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) gemeinsam erfolgreich umsetzen!" auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) am 18. Januar 2024 organisiert. Das Leitthema des diesjährigen GFFA ist „Ernährungssysteme der Zukunft – Gemeinsam für eine Welt ohne Hunger“. Das GFFA ist die führende internationale Konferenz zu zentralen Fragen der weltweiten Land- und Ernährungswirtschaft.

Das Fachpodium des Grain Clubs hat die drängenden Fragen rund um die EU Deforestation Regulation (EUDR) in den Mittelpunkt gerückt. Während das Ziel, globale Entwaldung zu reduzieren, breite Unterstützung findet, stehen wir vor signifikanten Herausforderungen bei der Umsetzung dieser Verordnung. Es wurde deutlich, dass die EUDR nach aktuellem Stand für die Branche nicht umsetzbar ist, ohne dass die Europäische Kommission dringend benötigte Antworten auf zahlreiche offene Fragen liefert.

Jaana Kleinschmit von Lengefeld, Präsidentin OVID Verband und Grain Club-Vorsitzende, wies auf die zahlreichen ungelösten Herausforderungen hin, die die rechtssichere und praktikable Durchführung der EUDR betreffen. Ohne klare EU-Unterstützung drohen hohe bürokratische Hürden und Kosten, die nicht nur lokale EU-Akteure belasten, sondern auch außereuropäische Stakeholder bis hin zu Kleinbauern.

Christian Grütters von der AGRAVIS Raiffeisen AG hob hervor, dass die EUDR in ihrer jetzigen Form zu Störungen der Lieferketten führen und Marktteilnehmer verdrängen könnte, was letztlich dem Waldschutz schade.

Dr. Thomas Baldauf aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bezeichnete die EUDR als Chance, im Kampf gegen Entwaldung voranzukommen. Aber er räumte ein, dass die Vorbereitungen hinter dem Zeitplan der EU zurückliegen.

Carolle Alarcon von der Brazilian Coalition on Climate, Forests and Agriculture kritisierte, dass die EUDR die lokalen Bemühungen zur Bekämpfung der Entwaldung in Brasilien weitgehend ignoriere und einen Mangel an Dialog, Kooperation und Koordination offenbare.

Sascha Tischer vom Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) betonte ebenfalls die Notwendigkeit einer EU-Initiative, um den Herkunftsländern und europäischen Unternehmen zu helfen, die mit der Umsetzung verbundenen Investitionen zu bewältigen. Die damit einhergehende Bürokratie und die hohen Kosten stellten ein großes Risiko für die Lieferketten und die Kleinerzeuger dar.

Die Debatte auf dem GFFA offenbarte ein klares Bild: Die EUDR birgt das Potenzial für wichtige Fortschritte, doch es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Verordnung an die praktischen Anforderungen der betroffenen Akteure anzupassen und einen konstruktiven internationalen Dialog zu fördern.

Mehr Informationen in der aktuellen Pressemitteilung der Verbändegemeinschaft vom 17. Januar 2024.


Unsere Expertinnen und Experten

Carolle Alarcon, Brazilian Coalition on Climate, Forests and Agriculture

Dr. Thomas Baldauf, Abteilung Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe, BMEL

Christian Grütters, Bereichsleiter Dienstleistungen und Nachhaltigkeit, AGRAVIS Raiffeisen AG

Sascha Tischer, Stellv. Vorsitzender und NGO-Vertreter, Forum Nachhaltiges, Palmöl (FONAP)

Jaana Kleinschmit von Lengefeld, Präsidentin OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V., Vorsitzende Grain Club 2024

Christoph Metzner, Moderator